Drei Rezepte
Viele sagen bevor der Antichrist auftaucht, oder kurz nach seinem Erscheinen, würde die Gemeinde entrückt. Andere sagen nach der ersten Hälfte einer Trübsalzeit von sieben Jahren würde die Gemeinde entrückt. Und wieder Andere sagen kurz nach dieser Trübsal werden wir, also die Gemeinde, entrückt. Alle berufen sich nur auf die Bibel und auf nichts anderes als nur auf die Bibel. Sie stritten sich dabei bis aufs Messer , erschlugen sich mit Bibelversen und wollten nie mehr Freunde sein.
Alle drei im Detail betrachtet, lassen eine Überbetonung gewisser Schriftstellen erkennen. Man legte besonders hohen Wert auf bestimmte Verse und zitierte sie so oft als bestünde die gesamte Bibel nur aus diesen Versen, um belegen zu können was man glaubte, wofür man stritt und es sich zu kämpfen lohnte.
Das biblische Prinzip, erläutert in Hesekiel Kapitel drei, zeigt uns jedoch, dass es genau umgekehrt ist. Wir müssen das Wort essen. Es geht nicht darum zu kochen, und schon gar nicht selbst. Es geht darum zu essen was auf den Tisch kommt – Dinge, die Gott gekocht hat. „Iss, was du findest!“, sagt Er zum Propheten. Gott sagte nicht: „Bereite dir ein Mahl aus den Zutaten, die ich dir gebe!“ Nein. Er sagte: „Iss, was ich dir gebe – ein Gericht, welches ich für dich bereits gekocht habe!“
Egal, ich koche trotzdem selber!
Man nehme die Visionen einer gewissen Margaret McDonald* aus Schottland, mische sie gekonnt mit 1. Thessalonicher 4, 16, unterstreiche sie mit einer sanften Note aus Johannes 14, 2-3 und schmecke sie mit Darby’s und Scofield’s Bibelkommentaren ab, und man erhält ein Gericht, dass gut aussieht, ebenso duftet, allerdings das Potenzial enthält einen nach dem Verzehr den Magen ordentlich zu verderben. Schlechte Speise tut auf Dauer nicht gut. Wer schwere Dinge heben will, muss gut essen. Ein Bauarbeiter, der zehn bis zwölf Stunden am Tag auf den Bau schuftet, kann sich nicht von Hühnerbrühe ernähren. Er braucht Fleisch!
Ich mag kein Leid und wünsche schon gar nicht Brüdern und Schwestern etwas schlechtes, doch nichts ist in diesen Tagen ist fataler als falsche Hoffnung. Eine Hoffnung ist nur dann eine göttliche, wenn das Erhoffte tatsächlich eintrifft. Daher lohnt sich immer auf Gott zu hoffen, denn Er enttäuscht niemanden.
„Iss, was Du findest!“
Was gibt es denn zu essen? Ist die Entrückung etwa falsch? Nein. Menschen haben nur etwas Eigenes gekocht. Sie hatten nicht genug und haben mit ein paar Zutaten das Ganze ein weinig abgeschmeckt. Oftmals zuviel, sodass ein vollkommen anderes Gericht entstand. Es ist wirklich erstaunlich, was ein wenig Hefe anrichten kann.
Erster Thessalonicher 4: Ich schlage vor von Vers 14 zulesen. Der Zusammenhang wird dadurch etwas klarer. Auch sollte man keine Pause zwischen Kapitel vier und fünf machen, da noch mehr auf der Speisekarte steht. Vergesst doch nicht immer die Hälfte!
Es geht in diesen Versen um die Wiederkunft, das ist die ‚Parusia’ unseres Herrn – seine Ankunft sozusagen. Wenn er kommt, so enthüllt uns der Vers, dann muss er herabkommen. Wie wir alle wissen ist Jesus nicht hier, oder? Er ist im Himmel. Um vom Himmel auf die Erde zu kommen tut er was? Er kommt herab.
Im Laufe der Zeit ist schon vieles herabgekommen. So kam der Heilige Geist auf Jesus herab als er aus dem Wasser stieg. Auch fällt Regen bekanntlich von oben nach unten. Dabei erreicht er die Erde, ein Hausdach oder trifft vielleicht deinen Kopf. Jesu Leib wurde vom Kreuz herabgenommen. Vorher jedoch forderten alle Zweifler und Ungläubigen von ihm herabzukommen. Auch Engel können herabkommen, wie zum Beispiel bei seiner Auferstehung. Wären da noch die Berge zu erwähnen, von denen man bekanntlich herabsteigt nachdem man hinaufgestiegen ist, um hier eindeutig zu zeigen: Jesus kommt in 1.Thessalonicher 4, 16 auf die Erde – herab*.
Und was ist mit uns? Um das genauer zu klären benötigen wir eine zweite Zutat. Wir sollten 1. Korinther 15 nehmen und werden sehen, dass wenn Jesus kommt, nicht nur die Toten auferstehen, sondern wir, wenn wir zu diesem Zeitpunkt noch lebendig sind, werden verwandelt werden. Doch nicht die Reihenfolge vergessen: Zuerst die Toten und danach die Lebenden. Und dann? Dann werden wir (alle zusammen) entrückt, d.h. Jesus entgegen ‚gerückt’ und werden Ihn dabei in der Luft treffen. Hast du dich schon einmal gefragt warum das so ist? Viele verstehen das nicht.
Wenn du wüsstest, dass jemand den du erwartest auf den Weg zu dir ist, du diese Person zudem sehr liebst und man dir nun sagt sie komme gerade deine Straße entlang, würdest du dann nicht aus deinem Haus kommen um ihr zu begegnen?
Als man hörte Jesus kommt nach Jerusalem warteten die Menschen nicht bis er die Tore durchschreiten würde. Nein. Sie liefen Ihm entgegen und gingen anschließend mit ihm zusammen in die Stadt hinein. Da Jesus diesmal nicht gelaufen kommt, bzw. nicht auf einem Esel reitet, sondern wie wir geklärt hatten, vom Himmel herabkommt (mit einem Pferd), so erscheint es angebracht, dass wir ihn stattdessen in der Luft begegnen. Es gibt dabei nur ein Problem: Wer kann sich aus eigener Kraft in den Himmel bewegen? Außerdem muss man doch angemessen gekleidet sein, wenn man einen König trifft. Wenn dich die Queen von England zum Tee einlädt, würdest du bestimmt nicht mit Jeans, T-Shirt und Turnschuhen kommen. Dennoch, hast du einen Anzug, ein Hemd und Schuhe, die gut genug für eine Audienz bei dem König aller Könige wären? Wenn du die Kleider nicht hast, dann hat Er sie. In diesem Fall machen Kleider tatsächlich Leute, denn er hat uns seine Gerechtigkeit uebertragen! Nur solch ein Gewand entspricht den Ansprüchen dieser Art von Treffen. Es versteht sich sicher von selbst, dass man sich während einer Audienz nicht umziehen kann. Es ist ohnehin unmöglich sich diese Art Gewand selbst anzulegen und aus diesem und noch anderen Gründen, hat es Gott selbst in die Hand genommen und ist am Kreuz unseren Tot gestorben damit wir mit seiner Gerechtigkeit gerecht sind. Er sendet sogar seine Engel, die uns dienen und von den vier Himmelsrichtungen sammeln werden, wenn Jesus kommt. Wer dann nicht auf der Gästeliste steht, kann leider nicht mitkommen. Einer von Zweien wird dann auf dem Feld zurückbleiben. Ein Anderer von Zweien wird am Mühlstein zurückbleiben. Und wieder Einer von Zweien bleibt im Bett zurück, wenn der Herr kommt und seine Diener zu sich versammelt.
Der Nachtisch
Jesus beschreibt die Zeit, die seinem Kommen unmittelbar vorausgeht mit den Tagen Noahs oder den Tagen Lots. Wenn du dir diese Zeit im Alten Testament anschaust und sie mit der heutigen vergleichst, stellst du sicher erschreckende Parallelen fest. Der Tag selbst, an dem Jesus wiederkommt, so sagt er und die Apostel, wird wie ein Dieb in der Nacht kommen. Für wen wird dieser Tag wie ein Dieb in der Nacht sein? Vergiss nicht Kapitel fünf aus 1.Thessalonicher zu lesen! Die Schriften der Bibel sind von Gott inspiriert, jedoch nicht zwingend die Kapiteleinteilungen.
Guten Appetit
Zutaten:
Matthäus 24ff
Lukas 17ff
Markus 13ff
Apostelgeschichte 1, 9ff
1. Thessalonicher 4, 14ff-5, 1ff
2. Thessalonicher 2
1. Korinther 15, 51ff
Offenbarung 19, 11ff; 20, 5ff
*[Um 1830 hatte Margaret McDonald Vision(en), die aus ungeklärten Gründen später viele dazu veranlassten zu glauben John Darby hätte seine Theorie über die Entrückung vor der Trübsalzeit von ihr. Die Veroeffentlichungen im Internet ueber die prophetischen Erlebnisse von Margaret McDonald lassen meiner Meinung nach diese Schlussfolgerung nicht im geringesten zu. Vielmehr berichtet eine andere Quelle ueber einen Vorfall waehrend eines Gottesdienst, wonach eine Frau aufgestanden und eine Prophtie ueber eine 'geheime' Entrueckung gegeben haben soll. Die Erwähnung von Margaret McDonald im ersten Teil des Eintrages spielt jediglich auf die fatale Mischung von Bibel, Erlebnissen und menschlichem Halbwissen an.]
*[In allen erwähnten Schriftstellen wird das griechische Wort καταβαινω katabah'ino (Strong #G2597) verwendet.]